Hoher Kontrast

Neues aus dem Täterparadies Deutschland. Von Michael den Hoet

Nach vier Stunden Sexualtortur waren die Gewaltspuren unübersehbar. Trotzdem spricht ein Brandenburger Gericht den Täter vom Vorwurf der Vergewaltigung frei. War ein 'Kulturrabatt' entscheidend?

"Ihre Schultern drückte er fest gegen die Metallstäbe am Kopfende seines Bettes, ihren Kopf klemmte er ein zwischen zwei dieser Stäbe." In Brandenburg wird eine junge Frau erst unter Drogen gesetzt, dann trotz eines vorherigen "Nein" und anfänglicher Gegenwehr vier Stunden lang - ich wiederhole: vier Stunden lang - hart vergewaltigt. "Staatsanwalt und Gericht haben keinen Zweifel daran, dass die sexuellen Handlungen jener Nacht nicht im Sinne des Opfers waren und dass er sie mit Gewalt genommen hat", heißt es in einem Bericht der 'Märkischen Zeitung' über den Vergewaltigungsprozess gegen den Täter und Drogendealer. Trotzdem endet die Gerichtsverhandlung mit einem: Freispruch.

 

Denn dem Opfer war eine Frage gestellt worden, welche es "falsch" beantwortete."Könnte es sein, dass der Angeklagte dachte, Sie seien einverstanden?" Die 23-jährige Frau, die nach der Tat zwei Wochen lang nicht mehr gerade hatte gehen können, sagte: "Sie könne nicht beurteilen, ob er mit der Mentalität des türkischen Kulturkreises das Geschehen, das sie als Vergewaltigung erlebte, vielleicht für 'wilden Sex' gehalten hat." Die offensichtliche, bittere Ironie, die in der Antwort des Opfers lag, hat die Richterin nicht erkennen wollen. Sie vermochte keine Absicht zu der Gewalttat festzustellen. So führte eine ziemlich taktlose Fangfrage zu einem offenbar neuen Fall eines großzügig gewährten Strafrabats wegen des orientalischen Kulturhintergunds beim Täter.

 

Beschämend, dass sogar der Staatsanwalt keine Anstalten machte, dieses Urteil anzufechten. Eine Verurteilung sei wegen des angeblich nicht nachweisbaren Vorsatzes nicht möglich - auch wenn "der Freispruch ein 'schwerer Schlag' für die Geschädigte sein müsse", gab die 'Märkische' den Kommentar des Anklägers wider.

 

Die 'Märkische' schließt den Bericht mit dem Hinweis: "Laut einer Studie von 2012 erlebten 8,4 Prozent der Frauen, die ihre Vergewaltigung angezeigt hatten die Verurteilung des Täter, berichtete Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen im Jahr 2014." Der Schutz von körperlicher Unversehrtheit von Frauen und die Bewahrung ihrer Freiheiten: Sie scheinen bei manchen deutschen Gerichten nicht in besten Händen zu sein - vorsichtig ausgedrückt.

Kommentare (9)

  • Michael den Hoet vor 1 Jahre
    Schockfotos: taktlos und überflüssig

    Ich brauche solche Fotos nicht, um mich über den Schwerstverbrecher aufzuregen, der die junge Schwedin offenbar erst vergewaltigt und dann ermordet hat. Bitte zu beachten: Auch Verstorbene haben Persönlichkeitsrechte. Es ist pietätlos (und auch nicht erlaubt), ohne Zustimmung der Hinterbliebenen Fotos von Verstorbenen weiterzuverbreiten. Dies gilt erst recht für Bilder von entstellten Leichen.

    Die Naivität bei 'Gutmenschen' wird man im Übrigen damit auch nicht los. Schockbilder auf Zigarettenpackungen tragen bei vielen Rauchern zur Abstumpfung statt zur weiteren Aufklärung bei. Danke für Ihr Verständnis!

    https://historix108.wordpress.com/2014/08/05/die-toten-von-flug-mh17-der...

  • Naftali Neugebauer vor 1 Jahre
    Gut gesagt

    Sowohl was Schockfotos betrifft, die wir auf PRIKK kaum verwenden und nur dort, wo ein Mehrwert an Info transporiert wird, als auch due Wahrung der Pietät

  • Michael den Hoet vor 1 Jahre
    Falls jemand Briefe schreiben mag...

    Ich habe den Kommentar auch auf meine persönliche Website gestellt: https://historix108.wordpress.com/2017/04/21/gericht-verneint-vergewalti...

    Eigentlich respektiere ich die Unabhängigkeit des Gerichts. Da aber auch dieses Urteil "im Namen den deutschen Volkes" - also auch in meinem - erging, beabsichtige ich Briefe zu schreiben. Wer auf zivilisierte (!) Weise seinen Vorbehalte gegen dieses mutmaßliche Skandalurteil kund tun möchte: Ich habe dort auch Kontaktdaten des Brandenburgischen Jusitzministers sowie des Generalstaatsanwalts aufgeführt.

  • joe Kindlerhof vor 1 Jahre
    Es läuft in EUROPA so

    Es läuft in EUROPA so ziemlich alles schief! Aber schön langsam wachen auch die dümmsten SCHAFE auf und erkennen Ihre importierten Metzger!

  • Beate Kraml vor 1 Jahre
    Infobrief Demokratie

    Ich habe deinen Beitrag mit der Anregung, an die Verantwortlichen Brief zu schreiben, auf Infobrief Demokratie geteilt. Wenn du ihn beziehen möchtest, schick' mir bitte eine persönliche Nachricht hier oder auf fb mit deiner Mail-Adresse. Dann kann ich dich in die Google-Gruppe einladen.

  • Dirk Scholze vor 1 Jahre
    Das darf ja wohl nicht wahr

    Das darf ja wohl nicht wahr sein - zum Fremdschämen. Was bitte sagt das jetzt über den Staatsanwalt und den Richter, frage ich mich?

  • Lutz Kirschner vor 1 Jahre
    Kulturelle unterschiede dürften nie Bemessungsgrundlage sein.

    Das Rechtssystem ist am Boden. Die Gleichheit aller, vor dem Gesetz ist nicht mehr gewährleistet, denn manche sind gleicher als andere. Asylforderer und Migranten die schwerste Straftaten begehen, erhalten zum Teil nur geringe oder gar keine Strafen und Deutsche die Straffällig werden, trifft die geballte Kraft des Strafmaßes. Man erhält den Eindruck, unsere Justiz hat die Verhältnissmäßigkeit der Mittel aus den Augen verloren. Die Polizei ist überfordert, die Behörden ebenfalls.

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