Hoher Kontrast

© Pfund-Noten: Brexit wird viel Geld verschlingen (Foto: pixelio.de/awindi)

Brexit: Mays Pläne kosten 40 Mrd. Pfund pro Jahr

"No Deal" würde 21 Mrd. bedeuten - Verbleib in EWR am "günstigsten". Verlierer sei aber die EU, denn sie habe nun keine Brücke zum globalen Kapitalmarkt.

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London - Der Brexit kann Großbritannien Unmengen an Geld kosten - egal, ob harter oder weicher Ausstieg, so behaupten Experten des Think Tanks Global Future. So kommen auf die Insel bei Austrittsverhandlungen ohne Ergebnis ("No Deal") nach neuesten Hochrechnungen Kosten von 81 Mrd. Pfund pro Jahr zu. Selbst bei der von Premierministerin May präferierten Option des sogenannten "maßgeschneiderten Deals" wären es noch 40 Mrd. Pfund im Jahr. Doch Vorhersagen haben sich schon oft geirrt.

 

Keine Brücke mehr zum globalen Kapitalmarkt für Europa

 

"Mal die wirtschaftlichen Aspekte außer Acht gelassen: Der Brexit ist eine Tragödie", wie Finanzexperte Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim. "Der Brexit wird gravierende Auswirkungen auf Großbritannien und Europa haben - in welchem Ausmaß, ist jetzt jedoch noch nicht sicher mit Zahlen zu belegen." Was jedoch feststeht, so Burghof, ist das Wegfallen Londons als "Brücke Europas zum globalen Kapitalmarkt", was gleichzeitig auch Schäden für Europas Wirtschaft mit sich bringt.

 

Die Studie fußt auf drei von der Regierung Großbritanniens entworfenen Szenarien für den EU-Austritt und bezieht als vierte Option die Ansichten von Theresa May ein, wie sie die Regierungschefin bei der sogenannten "Mansion House Speech" zu den Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU Anfang März vorgetragen hatte.

 

Widerstand gegen May wächst?

 

Als "günstigste" Option für den Austritt stellt Global Future den Verbleib im Europäischen Wirtschaftsraum dar, bei dem das Königreich laut der Berechnung "nur" auf Kosten von 17 Mrd. Pfund pro Jahr käme. Wie der Think Tank veranschaulicht, würde jedoch selbst diese Variante Kosten von knapp zehn Prozent des jährlichen Budgets des staatlichen Gesundheitssystems verschlingen. Sollten die Briten die EU nach Mays Vorstellungen verlassen, wären es 22 Prozent, bei "No Deal" gar 44 Prozent.

 

Laut Angaben des Marktforschungsinstituts Populus sind selbst Befürworter des Brexits der Meinung, dass das Verlassen der Europäischen Union einen "zu hohen Preis" mit sich bringt. Da auch in der britischen Regierung Widerstand gegen die Pläne von May wächst, wird die Premierministerin während der weiteren Verhandlungen wohl Zugeständnisse machen müssen, sind sich Experten sicher.

 

 

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