Hoher Kontrast

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Berlin beschließt 24 Siedlungseinheiten für Flüchtlinge zu bauen

Jede Siedlungseinheit biete für 450 Flüchtlinge Wohnraum. Später, wenn die Flüchtlinge den Wohnraum nicht mehr brauchen, sollen Berliner mit wenig Einkommen diese nutzen dürfen.

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Berlin - Am Dienstag hat der Berliner Senat beschlossen, 24 weitere modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUFs) zu bauen, was Wohnraum für 10.800 Flüchtlingen entspricht.

 

Dazu die Integrationssenatorin Elke Breitenbach (DIE LINKE): „Immer noch leben rund 19.600 Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften und 2.180 in Notunterkünften. Ihr Bedarf an Wohnungen ist unverändert groß. Der heutige Beschluss zeugt vom gemeinsamen Willen von Senat und Bezirken, mehr bezahlbaren Wohnraum für alle Wohnungssuchenden zu schaffen. Denn die MUFs sollen später vielseitig genutzt werden, zum Beispiel als integrative Wohnprojekte. Vor allem aber können die modularen Bauten Menschen mit wenig Einkommen bezahlbaren Wohnraum bieten.

 

Das Signal und der politische Wille, der sich hier ausdrückt, kann verherrender nicht sein, blickt man auf die Stimmung und Reaktionen in den Social Media, die fast durchwegs ablehnend sind: Man fühlt sich als Mensch 2. Klasse, so der Tenor. Für jene, die in Berlin leben, Einheimische sind, und über wenig Einkommen verfügen, werde nichts gemacht, so weiter.

 

Hier präsentiert die Stadt ein drei-stufiges Konfliktverfahren zur Beschleunigung von Bauvorhaben. Derweil explodieren die Mietpreise in Berlin und es werden immer mehr Familien aus den Mittelstand obdachlos bzw. müssen in kleinere, billigere Wohnungen ausweichen.

 

Und es klingt nachgerade in den Ohren vieler betroffener Berliner wahrscheinlich wie eine Degradierung und Verhöhnung, wenn Senatorin Katrin Lompscher (DIE LINKE) sagt: „Wenn die MUFs zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr für die Unterbringung von Geflüchteten benötigt werden, können sie, aufgrund der modularen Bauweise, mit nur geringen Umbaumaßnahmen, als Wohnungsstandorte genutzt werden. Dies ist nachhaltig und leistet einen Beitrag für die Wohnraumversorgung der Berlinerinnen und Berliner.

 

Da man eher von weiteren Zuzug ausgehen muss, so der politische Wille der kommenden Bundesregierung, wird dies wohl nicht eintreffen. In der Frage der Wohnraumversorgung sind die Berliner nachgereiht. Das ist die Faktenlage.

 

Die BZ berichtet bereits über die geplanten Standorte der MUFs:

 

NEUKÖLLN

Kiefholzstraße 71

neu: Töpchiner Weg 44, Haewerer Weg 35, Buckower Felder

PANKOW

Lindenberger Weg 25, Falkenberger Straße 151-154, Kirchstraße 69

neu: Rennbahnstraße 74, Kopenhagener Str. 82

STEGLITZ-ZEHLENDORF

Leonorenstraße 33 b-h, k-l. Bäkestraße 3, Am Beelitzhof 24

neu: Dahlemer Weg 247, Osteweg 63

TREPTOW-KÖPENICK

Chris-Gueffroy-Straße 47, Fürstenwalder Allee 356, Hassoweg 8

neu: Bohnsdorfer Weg 109-119, Salvador-Allende.Straße 88-91

REINICKENDORF

Senftenberger Ring 37, 39

neu: Waidmannsluster  Damm 12,14, Rue Montesquieu 32, 33

LICHTENBERG

Seehausener Straße 33, 35, 37, 39

neu: Rheinpfalzallee 83, 91, 93, Hönower Weg 17

SPANDAU

Rauchstraße 22

neu: Askanierring 70-108A (ohne Alexander Barracks), Griesinger Str. 27

TEMPELHOF-SCHÖNEBERG

Lichterfelder Ring 113

neu: Diedersdorfer Weg 5-11, General-Pape-Str. 52

CHARLOTTENBURG-
WILMERSDORF

Quedlinburger Straße 45

neu: offen

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG

neu: Alte Jakobstraße 4 mit Franz-Künstler-Str. 10, Reichenberger Str. 92

MARZAHN-HELLERSDORF

neu: Alt-Hellersdorf 17, Murtzaner Ring 68

MITTE

neu: Putbusser Str. 12

 

 

Kommentare (1)

  • Michael Neugebauer vor 6 Monaten
    Na gut, das nennt sich dann

    Na gut, das nennt sich dann wohl Ghetto, aber nein, es ist ja gutgemeint, es ist ja in der Umgebung integriert, oder nicht? Und wenn dann die Berliner mit wenig Einkommen hinzukommen, wenn dann keine Flüchtlinge mehr diese Wohnungen brauchen, das nennt man dann wohl doppelter Nutzen. Na fragen wir mal nach a) wie werden hier die Flüchtlinge zugewiesen, wohlwissend, das es viele Flüchtlinge gibt, die unterneinander mehr Feind als sonst etwas sind, das Ergebnis sind Eskalation und Gewalt. Na da schauen wir dann mit gut gewappneten Sozialarbeitern und viel Polizei darüber hinweg. Dann werden die frei gewordenen Wohnungen, hier ist der zeitliche Horizont völlig ausgeblendet, mit jenen ersetzt, die dann in die Flüchtlingsburg ziehen. Denn wisse, lieber Stadtplaner, es erhalten derartige Wohnburgen immer einen Spitznahmen, ob das die soziale Basis für die Berliner mit wenig Einkommen verbessert, das ist mehr als fraglich. Und dann durchmischt sich in der Idealvorstellung der Flüchtling mit dem Berliner mit geringen EInkommen. Dann kommt der Leistungsvergleich zwischen einem Flüchtling und den sozialen und monetären Leistungen, die er vom Staat und der Stadt erhält und dem Hartz 4 Empfänger oder Ein-Euro-Job Arbeiter. Nein, das schafft im Reagenzglas der politischen Stadtplanung keinen Sprengstoff. Ende des Gedankens, denn vor lauter Kopfschütteln wird mir schon schwindlich.

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