Hoher Kontrast

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Gründungskrise in Deutschland: -14%

Die Digitalisierung schleicht, die Steuern sind hoch, die Bürokratie erdrückend, hochregulierter Markt und ein unternehmerfeindliches Klima regierender Politik. Resultat: Immer weniger Gründer.

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Berlin - Der KfW stellt in seiner aktuellen Erhebung fest, dass die Unternehmungsgründung extrem stark rückläufig ist: So fiel diese von 2016 auf 2017 um 14%. Das kann keine Volkswirtschaft perspektivisch aushalten.

 

Lediglich 557.000 Gründer haben sich im Jahr 2017 selbständig gemacht. Das ist ein Minus von 115.000 Gründern oder 14 % im Vergleich zum Jahr 2016. Nachdem in den vergangenen Jahren gegen die Sogwirkung des sehr guten Arbeitsmarkts nicht anzukommen war, zog 2017 der Wachstumseffekt deutlich an.

 

"Die sehr gute Konjunktur lud eigentlich zum Gründen ein. Stattdessen ist insbesondere die Gründungstätigkeit im Nebenerwerb weiter stark eingebrochen", sagt KfW-Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner. Mit anderen Worten, man sucht lieber die Sicherheit und geht in das Schema.

 

"Die Rekordsituation auf dem Arbeitsmarkt sprengt offenbar den gewohnten Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Wachstum mit der Gründungstätigkeit. Eine abhängige Beschäftigung auch für den Hinzuverdienst zu finden, ist derzeit so einfach wie nie. Und die, die bereits eine abhängige Beschäftigung haben, kommen aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht dazu, sich im Nebenerwerb selbständig zu machen."

 

Die Zahl der Nebenerwerbsgründer brach um 101.000 oder 24 % auf 323.000 ein. Die der Vollerwerbsgründer hingegen nahm lediglich um 14.000 oder 6 % auf 234.000 Personen zu. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Vorabauswertung des KfW Gründungsmonitors, der jährlichen repräsentativen Befragung zum Gründergeschehen in Deutschland.

 

Es ist ein Bündel von Gründen, die einem abschrecken, ein Unternehmen in Deutschland zu gründen: Sie reichen von zu viel Bürokratie, Verfall von Infrastruktur und Sicherheit bis hin zu hohe Steuern und eigentlich findet man in Deutschland zunehmend keinen freien Markt mehr vor. Die Regularien sind gut für Konzerne, aber schon für KMUs oder Gründer kaum zu matchen, wie die aktuelle Datenschutzverordnung beweist. Dazu kommt die kaum verhandene Digitalisierung und die generelle Unternehmerfeindlichkeit regierender Politik.

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