Hoher Kontrast

© Screenshot Netzfund

Echo-Preis: Bundesverband Musikindustrie mit schwacher Erklärung

Scharfe Kritik kommt von der "Werteinitiative jüdisch-deutscher Positionen" am BVMI und seiner Preisverleihung des Echo an Judenhasser. Der BVMI macht Antisemitismus salonfähig.

Werbung

Dass diese Preisverleihung an antisemitsche Rapper - vergeben am Jom Haschoa, dem Gedenk- und Trauertag für die sechs Millionen ermordeten Juden - dem Ansehen Deutschlands im In- und Ausland schadet, scheint evident. Dass Antisemiten Antisemiten sind, ist da weniger der Skandal, als dass Antisemiten den höchsten Musik-Award der Musikindustrie Deutschlands erhielten.

 

Der Echo-Award 2018 wird vom Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI) an die Rapper Kollegah und Farid Bang verliehen. Sie rappen auf ihrem aktuellen Album, dass ihre eigenen Körper definierter als die von Auschwitz-Insassen seien oder „Mache wieder mal ’nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“. Auf diese abstoßende Weise wird von diesen Rappern heute Geld auf dem Rücken der Opfer von Auschwitz, zugunsten der eigenen Skandalisierung, verdient. Für diesen ihren Verkaufserfolg wurden sie prämiert.

 

Man stelle sich vor, es wären ähnlich gefasste Texte gegen den Islam und Muslims gewesen. Sie hätten nicht nur nicht den Preis erhalten, auch wenn die Verkaufszahlen gestimmt hätten, der Sturm der Entrüstung von der Bundeskanzlerin abwärts wäre sicher gewesen, so darf man spekulativ sich ausmalen. Nur wenige aus der Musikbranche fanden deutliche Worte der Kritik und Ablehnung wie Peter Maffay oder Campino von Die Toten Hosen.

 

Der Vorstandsvorsitzende des preisverleihenden BVMI, Dr. Florian Drücke, hat nun - wohl aufgrund des großen öffentlichen und medialen Drucks - mittels einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit reagiert. Hierin erklärt er, dass beim Echo nun eine umfassende Analyse sowie die Erneuerung der mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen stattfinden werde. Und der BVMI schreibt weiter: „Im Zuge der aktuellen Debatte mussten wir erkennen, dass wir uns in einem Umfeld wiederfinden, das den Preis in ein falsches Licht rückt.“

 

Elio Adler, der Vorsitzende der WerteInitiative: „Wir erkennen hier weder eine Entschuldigung, dass dieses scheußliche Schauspiel stattfinden durfte, noch eine Entschuldigung zugunsten der Opfer der Shoah. Arbeitet der BVMI hier nach denselben Mechanismen wie die Rapper Kollegah und Farid Bang? Nach dem Motto: Ein paar kleinere Feuer löschen, im Grunde aber keine eigenen gravierenden Fehler erkennen? Herr Dr. Drücke, Ihre Erklärung reicht nicht aus!“ Diese Ehrung hat nicht nur dem Preis geschadet, sondern auch Deutschlands Ansehen im In- und Ausland, so die Werteinitiative.

 

So schlägt die Werteinitiative vor: "Der BVMI könnte nun Courage zeigen, indem er den Rappern den Preis wieder aberkennt, nicht nur für die o.g. Textpassagen, sondern für das auch sonst offen antisemitische Verhalten von Herrn Felix Blume (alias Kollegah), der in seinen Videos unter anderem den Teufel mit einem Davidstern oder hässliche antisemitische Karikaturen, ähnlich denen aus der Nazizeit, veröffentlicht. Leute wie Felix Blume tragen eine Mitschuld daran, wenn jüdische Schüler auf Schulhöfen gejagt und angegriffen werden. Der BVMI sollte für die Zukunft transparent dafür Sorge tragen, dass es nicht noch ein Mal zu einer solch schändlichen Ehrung kommt.", so Adler abschließend.

 

User in Social Media meinen, dass der Kampf gegen Antisemitismus und Judenhass in Deutschland gescheitert sei. Der Staat habe gegenüber dem politischen Islam kapituliert, wie die NZZ titelt, womit Judenhass und Antisemitismus einhergehen. Das Notos Quartett, welches 2017 den Echo Klassik Nachwuchs erhalten hatte, legt den Preis als "Symbol der Schande" zurück.

Kommentare (0)

Werbung

Linkjuice: Was Dich noch interessieren könnte. Tipps von PRIKK

RSS News