Hoher Kontrast

© Essendes Kleinkind: Statt Süßem besser Saures geben (Foto: pixelio.de, knollo)

Forscher empfehlen Eltern mehr Gemüse für Kinder

Broccoli und Co sollen helfen, Babys nicht wählerisch werden zu lassen

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London/Wien - Ernährungsexperten des University College London empfehlen Eltern, Kleinkindern Gemüse wie Broccoli, Spinat oder Blumenkohl als erste feste Nahrung zu geben und auf Bananen oder andere süße Speisen zu verzichten. Das helfe den Babys dabei, im weiteren Leben weniger wählerisch bei der Essenswahl zu sein. Bananen führen laut den Forschern bei Kleinkindern zudem dazu, später Naschkatzen zu werden.

 

Kinder werden schnell wählerisch

 

"Wir werden grundsätzlich mit einer Vorliebe für süßen Geschmack geboren, jedoch können Menschen Geschmacksvorlieben erlernen. Das geht bei Kindern noch viel leichter als bei Erwachsenen", so Ernährungsexpertin Alina Leitinger. "Trinkt ein Kind beispielsweise hauptsächlich Wasser, wird der Geschmack der Flüssigkeit im Gehirn abgespeichert und dieses Geschmacksbild ist dem Kind in Zukunft hinsichtlich Flüssigkeiten vertraut. Wenn ein Kind hingegen häufig Limonaden trinkt, kann es passieren, dass es in der Folge 'normales' Wasser womöglich ablehnt."

 

Und Wissenschaftlerin Clare Llewellyn ergänzt: "Sobald festes Essen bei Kleinkindern auf den Teller kommt, ist es wichtig, mit Sachen zu beginnen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal abgelehnt werden", sagt Wissenschaftlerin Clare Llewellyn. "Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie Nahrung, die allgemein unbeliebt bei Kindern ist, später lieber mögen." Eine frühes Fernhalten von süßen Speisen helfe dabei, "Kinder ab dem 20. Monat weniger pingelig" werden zu lassen, da sie ab diesem Zeitpunkt bei der Nahrungsaufnahme Ansprüche stellen, so die Forscherin.

 

Spinat und Broccoli statt Karotten und Rüben

 

Auch wenn süße Speisen die nötigen Kalorien enthalten, die Kleinkinder beim Aufwachsen benötigen - laut den Wissenschaftlern sollten Kinder früh an bittere Gemüsesorten gewöhnt werden. Nicht empfohlen werden "süßliche" Gemüsesorten wie Süßkartoffeln oder Karotten. Geht es nach den Forschern, sollten pürierte, grüne Arten von Gemüsen auf dem Teller landen. Auch saures Obst, wie Kirschen oder Pflaumen, seien geeignet, Kinder nicht von vornherein zu wählerischen Menschen aufzuziehen.

 

Llewellyn und Kollegin Haylay Syrad verweisen darauf, dass Kinder während des Essens von Gemüse "seelisch" von den Eltern unterstützt werden sollten: So wirke es sich bei Kindern positiv aus, wenn die Eltern während der Nahrungsaufnahme ebenfalls etwas von dem Gemüse zu sich nehmen und so täten, als ob Broccoli und Co einen besonderen Genuss darstellen.

 

Ernährungsexpertin Leitinger ist der Meinung, dass die Geschmacksschwelle für süße Nahrung bei Kindern eher gering ausgebildet werden sollte: "Ich würde allerdings nicht von natursüßen Lebensmitteln wie Banane abraten, sondern eher Süßigkeiten, zuckerhaltige Milchzubereitungen und Limonaden vermeiden. Wenn es um Obst geht, rate ich auf jeden Fall vom fertigen Obstmus im Plastikbeutel ab."

 

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