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Neuroblastome: Kinderpsyche leidet ein Leben lang

Krebskranke Kinder mit Neuroblastomen verfügen laut einer Studie der Yale University School of Medicine über ein erhöhtes Risiko einer langfristigen psychischen Beeinträchtigung

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New Haven - In den USA werden Neuroblastome, eine in der Kindheit auftretende Krebserkrankung der Nervenzellen, im Durchschnitt mit 17,3 Monaten diagnostiziert. Behandlungsfortschritte haben das Überleben zahlreicher Patienten inzwischen verlängert. Die frühe Diagnose und die spezielle Behandlung machen sie jedoch, wenn sich ihr zentrales Nervensystem entwickelt, anfällig für Gesundheitsprobleme.

 

Für die Beurteilung langfristiger psychologischer Folgen hat das Team um Nina Kadan-Lottick die Daten von 859 Kindern ausgewertet. Sie hatten die Diagnose mindestens vor fünf Jahren erhalten und waren unter 18 Jahre alt. Das Durchschnittsalter bei der Diagnose lag bei 0,8 Jahren. Sie wurden im Schnitt 13,3 Jahre lang begleitet. Die 859 Überlebenden wurden mit 872 Geschwistern von Kindern verglichen, die einen Kinderkrebs überlebt hatten.

 

Im Vergleich mit den Geschwistern verfügten Überlebende mit 19 versus 14 Prozent über eine erhöhte Häufigkeit bei Beeinträchtigungen im Bereich Angst/Depression. Bei eigensinnigem Verhalten lagen die Werte bei 19 gegenüber 13 Prozent, bei Aufmerksamkeitsdefiziten bei 21 versus 13 Prozent, bei Konflikten mit Gleichaltrigen/sozialem Rückzug bei 26 versus 17 Prozent und bei antisozialem Verhalten bei 16 gegenüber zwölf Prozent.

 

Oft Spezialunterricht nötig

 

Laut den Experten stehen Therapien mit Vincristin, Cisplatin und Retinsäure in keinem Zusammenhang mit der Beeinträchtigung. Überlebende, die aufgrund der Krebstherapie an chronischen Krankheiten litten, verfügten jedoch über ein höheres Risiko schlechterer Ergebnisse. Vor allem Lungenleiden standen mit erhöhtem Risiko einer Beeinträchtigung in allen fünf Bereichen in Verbindung. Endokrine Erkrankungen und eine periphere Neuropathie standen jeweils mit einer Einschränkung in drei Bereichen in Zusammenhang.

 

Zusätzlich benötigten Überlebende mit psychologischen Beeinträchtigungen eher Spezialunterricht und eher studierten sie nicht an einer Universität. "Das Ziel ist nicht einfach, dass die Patienten krebsfrei werden, sondern wenn sie älter werden, auch ihr geistiges, emotionales und soziales Funktionieren zu verbessern", so Kadan-Lottick. Die in "Cancer" veröffentlichten Ergebnisse sollen dabei helfen, Strategien für ein frühzeitiges Screening zu entwickeln, das es ermöglicht, Überlebende mit dem höchsten Risiko von psychologischen Problemen und Beeinträchtigungen bei der Ausbildung zu identifizieren.

 

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