Hoher Kontrast

© Spirituosen: Gehirne reagieren unterschiedlich (Foto: pixelio.de, J. Bredehorn)

Übermäßiger Alkoholkonsum verändert das Gehirn

Auswirkungen sind bei Männern und Frauen deutlich unterschiedlich

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Kuopio/Finnland - Die Gehirnfunktionen werden durch langfristigen Alkoholkonsum verändert. Diese Veränderungen sind bei jungen Männern und Frauen jedoch unterschiedlich, wie Forscher der University of Eastern Finland ermittelt haben. Die Ergebnisse weisen nicht nur darauf hin, dass junge Menschen über ein erhöhtes Risiko langfristiger Schädigungen durch Alkoholkonsum verfügen. Auch dürften die Risiken unterschiedlich und bei Männern höher sein.

 

Hirnaktivität mittels EEG erfasst

 

An der Studie nahmen elf junge Männer und 16 junge Frauen teil, die zehn Jahre lang einen sehr hohen Alkoholkonsum hatten. Sie wurden mit zwölf jungen Männern und 13 jungen Frauen verglichen, die kaum oder gar keinen Alkohol tranken. Alle Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Untersuchungen zwischen 23 und 28 Jahre alt. Die Forscher untersuchten die Reaktionen des Gehirns auf die Stimulation mit magnetischen Impulsen. Diese transkranielle Magnetische Stimulation aktiviert die Neuronen des Gehirns. Die Gehirnaktivität wurde mittels eines EEG gemessen.

 

Zuvor hatten die Wissenschaftler bereits herausgefunden, dass starke Trinker über eine erhöhte elektrische Reaktion im Kortex verfügten. Damit lag nahe, dass es zu langfristigen Veränderungen in der Reaktion gekommen war. Bei der aktuellen Studie wurde nachgewiesen, dass junge Männer und junge Frauen unterschiedlich reagierten. Bei Männern kam es als Reaktion auf die Stimulation zu einer größeren Zunahme der elektrischen Aktivität.

 

Umdenken bei Entzugstherapie

 

Forscher Outi Kaarre hatte Gegenteiliges erwartet. Damit sei klar, dass die elektrische Funktion des männlichen Gehirns durch langfristigen Alkohlkonsum stärker verändert wird. Die EEGs haben gezeigt, dass männliche Gehirne über eine größere elektrische Aktivität in Zusammenhang mit der Neurotransmission der Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verfügen. "Ingesamt verursacht Alkohol bei der elektrischen und chemischen Neurotransmission bei Männern mehr ausgeprägte Veränderungen. Es gibt zwei Arten von GABA-Rezeptoren: A und B. Bei Männern sind beide betroffen, bei Frauen nur GABA-A", kostatiert Kaarre.

 

Die Forscher versuchen noch, die Bedeutung dieser Ergebnisse zu entschlüsseln. GABA gilt als grundlegender Neurotransmitter bei der Hemmung zahlreicher Gehirnfunktionen und des Zentralnervensystems. Er spielt auch bei vielen neurologischen Systemen eine Rolle und ist bei Angst und Depressionen wichtig. Insgesamt scheint er die Gehirnaktivität zu beruhigen.

 

Aus Tierstudien weiß man bereits, dass die Aktivität des GABA-A-Rezeptors die Trinkmuster beeinflusst. GABA-B-Rezeptoren spielen beim Verlangen nach Alkohol eine Rolle. Laut Kaarre könnten die Ergebnisse auch eine Erklärung dafür sein, warum Frauen und Männer anders auf Alkohol reagieren. Das könnte auch bedeuten, dass Geschlechtsunterschiede bei der pharmakologischen Behandlung von Alkoholismus berücksichtigt werden sollten.

 

 

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