Hoher Kontrast

© Foto: @sayantansunnyg, twitter.com)

Heiratsagentur: Schönheit ist bei Mädchen Erfolg

Sexistische, elitäre Event-Anzeige erntet in Indien massive Kritik

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Bangalore  - Heiratsvermittlung ist in Indien ein gängiges, milliardenschweres und durchaus akzeptiertes Geschäft. Doch eine Agentur hat es nun mit einer Zeitungsanzeige geschafft, sich massive Kritik in sozialen Medien einzuhandeln. Denn die Anzeige für ein Treffen Heiratswilliger macht nicht nur klar, dass ultrareiche Familien ein bevorzugtes Klientel sind. Sie listet auch neben erfolgreichen Geschäftsleuten und angesehenen Profis "schöne Mädchen" als Erfolgsmenschen - fast als wäre gutes Aussehen das einzige, was bei einer Frau Erfolg ausmacht.

Fehltritt im Milliardenmarkt

Der Heiratsvermittlungsmarkt ist in Indien 50 Mrd. Dollar schwer, so "India Today" https://www.indiatoday.in . Werbung für einen Event, bei dem sich Heiratswillige junge Menschen kennenlernen wäre da im Normalfall keiner Erwähnung wert. Doch die Agentur Young Achievers Matrimony (YAM) hat sich nun in der Wortwahl so vergriffen, dass sie auf sozialen Medien in einem Sturm der Kritik breit geteilt wurde. Denn zum Treffen eingeladen sind in der am Mittwoch erschienenen englischsprachigen Anzeige junge Erfolgsmenschen, was laut Auflistung neben Geschäftsleuten oder Absolventen von Eliteunis auch "schöne Mädchen" umfasst.

Für Kritiker ist das klarer Sexismus, denn Frau muss offenbar nur gut Aussehen, um als erfolgreich zu gelten. "Das ganze ist auf so viele Arten rückschrittlich", kritisiert daher eine Twitter-Userin. Das spielt auch darauf an, dass die Anzeige neben jungen Erfolgsmenschen auch ultrareiche Familien und Promis als Zielgruppe listet. Die brauchen auch keinen Erfolg, um teilzunehmen, solang sie das 2,5-fache für die Teilnahme bezahlen. Das kritisieren manche Nutzer als elitär - auch vor dem Hintergrund, dass Indien die Klassentrennung seines Kastensystems bis heute nicht wirklich überwunden hat.

"Anstößige Worte"

"Wir haben den Fehler gemacht, schöne Mädchen unter die Kategorie Erfolgsmenschen zu stellen. Jetzt kritisiert uns ganz Indien", meint Sreeram M, der Mann hinter YAM und der Anzeige, gegenüber "The News Minute". Nicht so schöne Mädchen seien keinesfalls von der Veranstaltung ausgeschlossen. Doch scheint fraglich, ob Sreeram den Punkt der Kritik wirklich verstanden hat. Denn in einer heute, Donnerstag, in der gleichen Zeitung geschalteten neuen Anzeige entschuldigt sich YAM dafür, dass die gestrige Annonce "einige anstößige Wörter (wie schöne Mädchen)" enthalten habe. Von Einsicht, dass nicht so sehr die Wörter selbst, sondern vor allem deren Kontext vielen Indern sauer aufgestoßen hatten, zeugt das nicht gerade.

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