Hoher Kontrast

© Roulette: Forscher gehen mit KI der Spielsucht nach (Foto: viperagp_stockadobe.com)

Künstliche Intelligenz findet Gründe für Spielsucht

Algorithmische Persönlichkeitsbilder liefern zuverlässige Vorhersagen

Werbung

Catanzaro - Mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich die Entstehungsgründe von Spielsucht untersuchen, wie Forscher des Istituto di Bioimmagni e Fisiologia Molecolare in Zusammenarbeit mit Kollegen der Università dellla Calabria meinen. Danach wird die krankhafte Neigung zu Glücksspielen von einer Reihe genetischer, neurobiologischer und verhaltensmässiger Faktoren verursacht.

 

Glücksspieler verlieren nicht nur große Geldsummen, sondern meist auch die Kontrolle über ihr Tun und das Vertrauen des familären Umfeldes. Genetische und zerebrale Fehlfunktionen verbunden mit Sozialfaktoren wie Armut oder psychischen Traumata führen zu einem Persönlichkeitsprofil, das sie gegenüber den Versuchungen des Glücksspiels besonders anfällig macht.

 

Daten für 100 Probanden ausgewertet

 

"Diese Aspekte sind zwar seit längerem bekannt, jedoch bislang nicht durch Techniken der KI untermauert worden", erklärt Projektleiter Antonio Cerasa. Zur Versuchsdurchführung wurden neben den Daten von 60 Normalpersonen die von 40 Probanden eingegeben, die regelmäßig an Slotmaschinen standen oder an Lotterie- und Kartenspielen teilnahmen. Um die Gesunden von den Kranken bestmöglich zu unterscheiden, wurden mithilfe des KI-Algorithmus insgesamt 30 Grundkriterien der menschlichen Persönlichkeit unersucht.

 

Danach zeichnete sich die Gruppe der Glücksspieler von den "Normalen" vor allem durch eine geringere mentale Offenheit, wenig Selbstbewusstsein, geringes Vertrauen in Mitmenschen, die ständige Suche nach positiven Empfindungen, den Hang zu Depressionen und eine erhöhte Impulsivität aus. Diese Charakterzüge erwiesen sich bei acht von zehn pathologischen Glücksspielern als signifikant.

 

Zuverlässige Vorhersagekriterien möglich

 

"Die mit dem Persönlichkeitsprofil zusammenhängenden zerebralen Fehlfunktionen können als zuverlässige Vorhersagekriterien für psychische Störungen, aber auch neurologische Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer dienen", sagt Cerasa. So würden bei einem extrovertierten Menschen für bestimmte kognitive Leistungen andere Gehirnregionen als bei einem introvertierten Menschen genutzt. Gleiches gelte für übertrieben ängstliche oder impulsive Menschen im Vergleich zu emotional stabilen Zeitgenossen. Einzelheiten sind in der internationalen Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience Methods" nachzulesen.

 

 


Linkjuice: Was Dich noch interessieren könnte. Tipps von PRIKK

Kommentare (0)