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Peptid könnte Antibiotika in der Tierhaltung ersetzen

Cap 18 laut Forschern Teil des natürlichen Immunsystems von Kaninchen

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Lyngby - Das natürlich vorkommende Peptid Cap 18 kann Antibiotika in der Tierhaltung ersetzen und so zur Gesunderhaltung von Menschen beitragen, die lieber Koteletts als gegrillte Maiskolben essen. Das haben Forscher am Nationalen Gesundheitsinstitut der Technischen Universität von Dänemark  ermittelt. Cap 18 ist Teil des natürlichen Immunsystems von Tieren. Es findet sich unter anderem in der Tränenflüssigkeit von Kaninchen. Peptide bestehen aus Aminosäuren und sind Bausteine von Proteinen.

 

 

Wirksam gegen Salmonellen

 

Laut Forscher Egon Bech Hansen und seinem Team lässt sich Cap 18 eingesetzen, um Bakterien in Nutztieren zu bekämpfen. Mit Antibiotika ist das oft jedoch nicht mehr möglich, weil die Tiere Resistenzen entwickeln, die Medikamente also wirkungslos werden. Durch Cap 18 könne die Behandlung mit Antibiotika eingeschränkt, möglicherweise sogar überflüssig werden.

 

Cap 18 wirkt gegen die drei Bakterienarten Salmonella typhimurium, Y. ruckeri and A. salmonicida. Salmonellen sorgen allein in Europa für die meisten Erkrankungen. Die anderen Bakterien verursachen die gefährliche Maul- und Klauenseuche, die Rinder und Schweine befällt, beziehungsweise Furunkel in Regenbogenforellen, die zu schweren Schäden in Aquakulturen führen.

 

 

Schlimmste Gefahr für Menschen

 

Resistenzen sind die schlimmste Bedrohung für Menschen, so die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation http://who.int . Sie übertragen sich über das Fleisch auf die Esser. Die dänischen Forscher arbeiten seit 20 Jahren daran, die Resistenzen zu stoppen, indem sie Wege suchen, Bakterien in Nutztieren ohne Antibiotika zu bekämpfen. "Es ist extrem wichtig, den Einsatz von Antibiotika bei Tieren zu reduzieren beziehungsweise komplett zu stoppen, ohne die Gesundheit der Tiere zu gefährden", sagt Bech Hansen.

 

Cap 18 lässt sich nicht aus den Kaninchentränen gewinnen, wenn es in großem Stil eingesetzt werden soll. Es ist möglich, das Peptid biotechnisch herzustellen, also von Mikroorganismen, die in Fermentern gehalten werden. Berechnungen des Gesundheitsinstituts haben ergeben, dass die Kosten tragbar wären. Die Auswirkungen von Cap 18 auf Nutztiere müssten allerdings noch weiter erforscht werden.

 

 

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