Hoher Kontrast

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Zukunftskongress am Schloss Wolfsburg

Der 17. Zukunftskongress von 2b AHEAD war eine Tagung der Superlative.

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Wolfsburg - Die Zahl 17 steht in der Gimatr-ja für die Wende zum Besseren. So könnte man beginnen, den Bogen dieser beiden Tage in Wolfsburg zu beschreiben, um auszudrücken, dass es große Momente gab, man Weltpremieren sah und die eine oder andere Key-Note tatsächlich Potential für "Mindbreaking" hatte und erahnen ließ, aber vor allem der spirit dieses Kongresses entscheidend war.

 

Ja, da ist was möglich und "wir schaffen das", aber eben nicht in einem naiven Duktus und aus Inkompetenz heraus, sondern aus dem Sehen und Verstehen des Horizonts vom Möglichen. Man war rasch an den Satz erinnert, es ist nicht nur alles real, was ist, sondern auch alles, was denkbar ist.

 

Seit 2002 lädt Sven Gábor Jánszky jährlich CEOs, Innovations-Chefs und Markenstrategen aus den verschiedensten Branchen der internationalen Wirtschaft zum Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks ein. Sie debattieren mit den innovativen Köpfen der deutschen Wirtschaft, mit Extrem-Lead-Usern, aber auch mit Politikern und Thought Leadern aus den USA, Europa und Asien.

 

Auch in diesem Jahr findet der in seiner Ausrichtung einzigartige Kongress unter der Premiumsponsorschaft der Wolfsburg AG auf Schloss Wolfsburg statt. Der 2b AHEAD ThinkTank ist nach Eigenangaben Europas größtes unabhängiges Zukunftsforschungsinstitut.

 

Es war sicher nicht der größte Zukunftskongress, was gut war, denn in den Gärten vom Schloß Wolfsburg erwuchs tatsächlich eine inspirierende und innovative Atmospähre, wo auch große wie kleine Projekt Anbahnung fand. So konnte man hören, dass es bald eine Tages-Online-Zeitung für Innovation geben wird, die auf den Namen Glocalist hören wird.

 

Das fehlende W-Lan wurde anfänglich als ein kleines Ärgernis von einigen Teilnehmern wahrgenommen, wurde aber rasch zu einem großem Vorteil, da nur wenige so ihre mobilen Devices nutzten: Man begann zuzuhören, zu diskutieren und den vielen Referenten tatsächlich Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Die heiße Sonne machte alle gleich: Verschwitzte Hemden und vom Veranstalter verteilte Strohhüte ließen Teilnehmer zueinander auf Augenhöhe finden. Man wußte nicht mehr, sprach man mit einem CEO, Erfinder, Journalisten oder Experten...große Unternehmensnamen verschwanden, es zählte nur das Wort und Argument in einer sehr gelungenen, inspirierenden Atmosphäre: Ein gelungenes soziales Experiment, was durch ein sehr professionelles, smartes Eventteam und Catering möglich wurde ... die Kost war leicht, der Kopf blieb so frei.

 

Weltpremieren

 

Welche Weltpremieren sah man? Einmal das erste deutsche automative Auto. Es ist ein nachgerüsteter, autonom fahrender VW Golf von Kopernikus Automotive aus Berlin. Das von 2b AHEAD Ventures mitgegründete Start-up rüstet herstellerunabhängig Fahrzeuge mit einem Nachrüst-Kit aus, das aus einer Computereinheit, Sensoren sowie einer Mobilfunkeinheit besteht. Die Autos können dadurch auf Autobahnen und Bundestraßen autonom fahren. Die technischen Voraussetzungen dafür sind lediglich ein Einparkassistent und ein Abstandstempomat.

 


Die nachgerüsteten Systeme werden in einer Art trainiert, dass sie defensiv und umsichtig fahren werden. Die erste Fahrt in einem autonomen Fahrzeug wird schon nach wenigen Kilometern initialer Neugier derart entspannt verlaufen, dass man sich überlegen wird, wie man die Zeit anderweitig nutzen kann.“, so Tim von Törne, CO-Founder und COO bei Korpernikus Automotive UG. Dabei ist jedes Kit außen sowie innen optisch unauffällig und wird lediglich sieben kleine Kameras, zum Beispiel an Außenspiegeln, hinzufügen.

 

Auch die an Bord befindlichen Sensoren und Aktuatoren wie der Einparkassistent und das Radar werden angesteuert, beziehungsweise ausgelesen, wodurch das Nachrüst-Kit mit etwa 3.000,– Euro günstig bleibt. „Wir sind so etwas wie ein autonomer Tuner. Diese Kategorie gibt es allerdings noch gar nicht. Wir haben Sie erfunden.“, resümiert Stefan Jenzowsky, Mitgründer von Kopernikus Automotive, welche bald ihr Büro in Berlin Friedrichhain aufschlagen werden, so Tim von Törne gegenüber PRIKK.


Auch muss das System nicht „always-on“ sein und funktioniert damit auch in Tunneln beziehungsweise ohne direkte Verbindung zum Server. Geplant ist eine Auslieferung der Kits gegen Ende 2018. Auf die Frage, ob es in Zukunft noch menschliche Fahrer geben wird, antwortet von Törne: „Menschliche Fahrer wird es immer geben, aber in 10 Jahren muss man definitiv kein Fahrer mehr sein, um mit dem Auto von A nach B zu fahren. Und auf manchen Strecken wird dann vielleicht bereits das menschliche Fahren verboten sein, da es als zu gefährlich angesehen wird.

 

Zum anderen wurde der Audi lunar quattro im Original erstmalig vorgestellt, der Ende nächstes Jahr von Berlin-Marzahn aus starten und auf dem Mond an jener Stelle landen soll, wo einst die Apollo 17 landete und der erste Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte. Vision von Torsten Kiernig ist es, den Mond zu besiedeln. RED BULL "Didi" Mateschitz ist nun auch in dieses Projekt eingestiegen.

 

Referenten waren u.a. Christa Koennen (DB), Richd Chung (Adient), Patrick Kramer (Digiwell), Simon Kos (Microsoft) oder Rick Ifland (Omega Opthalmics), um einige der rund 20 Referenten zu nennen. Motto der diesjährigen Konferenz war: Wieviel Mensch verträgt die Zukunft? und erwartungsgemäß fiel die Antwort nicht eindeutig aus, aber doch soweit klar, dass man übereinstimmend eine Zukunft für die Menschheit sah und es eine bessere Zukunft sei, also keine Dsytopie, wie man sie sonst aus der Zunft der professionellen Zukunfstforscher gerne hört und ihre Echokammer bei den zahlreichen NGOs finden, die aus diesem Alarmismus heraus ihre Spendenaufrufe und Finanzierung durch Abmahnwesen und Subventionierung schlagen.

 

Awards&Co

 

Wie auf Kongressen üblich gab es auch Awards und jeder kann sich sehen lassen: Es wurden Lebensleistungen wie Start-ups ausgezeichnet, also eine Mischung aus etabliert und neu.

 

Drei Awards wurden von 2b AHEAD an die herausragendsten Innovationen der letzten zwölf Monate verliehen. Der Future Award 2018 ging an Julian Glaab für die intelligente Parkplatz-App AIPARK. Nicola Zaccheo, CEO von SITAEL, durfte stellvertretend für die Pioniere des Ionenantriebs den Innovation Award 2018 entgegennehmen und Michael Lin, CPO von ThStars, freute sich dieses Jahr über den Entertainment Award 2018 für seine Sängerin, das virtuelle 3D-Hologramm Luo Tianyi. Die Ausgezeichneten im Detail:


Julian Glaab, CEO der AIPARK GmbH


Julian Glaab ist Wirtschaftsingenieur und Co-Founder sowie CEO der AIPARK GmbH. Parksuchverkehr erzeugt bis zu 30% des täglichen Verkehrsaufkommens. Parken ist damit nicht nur nervig, sondern auch eine vermeidbare Belastung für die Umwelt. AIPARK analysiert Parkinformationen von bereits knapp 20% aller Autofahrer in Deutschland in Echtzeit, um die aktuelle Parklage, sowie die Parkverfügbarkeit in naher Zukunft zu ermitteln. Mit der „ParkingCloud®“ bietet AIPARK diese Informationen in bereits über 140 deutschen Städten für Mobility Services.


Nicola Zaccheo, CEO von SITAEL S.P.A.


Satelliten und Raumschiffe ohne Treibstoff durch die Galaxie befördern – klingt wie eine Utopie aus „Star Trek“ oder „Per Anhalter durch die Galaxis“? Vielleicht nicht mehr lange. Das Team rund um Nicola Zaccheo hat vor Kurzem die Grundlagentechnologie für das, was Trekkis den Warp-Antrieb nennen, entwickelt: Ionenantrieb, also die Erzeugung von Schub durch Partikel im Umfeld der Triebwerke. Was in der Theorie seit Langem bewiesen ist, setzt SITAEL nun um, denn das italienische Unternehmen hört weder bei theoretischen Beweisen noch dem proof-of-concept im Labor auf. SITAEL plant, die Technologie mit Hochdruck in die Raumfahrt zu bringen. Aktuelle Station: Europäische Weltraumorganisation (ESA). Nächster Halt: Internet-Satelliten in der Erdumlaufbahn, übernächster Halt: Reisen zum Mars und die Erkundung des Universums. Die Leistung von SITAEL ist die Grundlage für einen großen Schritt auf dem Weg der Menschheit zu einer interstellaren Spezies.


Michael Lin, CPO von ThStars


Die Lieblingsmusiker zum Greifen nah zu erleben, ist der Traum eines jeden Fans von Elvis Presley, Take That oder Beyoncé; jedoch unvorstellbar für die Millionen von eifrigen Anhängern der introvertierten chinesischen Sängerin Luo Tianyi. Luo ist nämlich ein Vocaloid – ein virtuelles 3D-Hologramm, das bei ihren Konzerten ganze Stadien mit kreischenden Teenagern füllt. Luo singt mal melancholisch, mal über die üblichen romantischen Themen Jugendlicher, und entwickelt dabei einen ganz eigenen Charakter. Erschaffen wurde die zugrundeliegende Technologie von ThStars in Kooperation mit Yamaha. Eine weitere Revolution in der Musikindustrie nach MP3, Appstore und Spotify?

 


2014 ging der Innovationsaward an Richard Branson, dem Gründer von Virgin Galactic, für den Start von kommerziellem Weltraumtourismus. Virgin Galactic ist ein Raumfahrt-Unternehmen, dass Raumflüge für die Öffentlichkeit ermöglicht, wie wissenschaftliche Missionen oder den Weltraumtourismus. 2015 ein Award für das Engagement und die Vision von Greg Wyler, die gesamte Menschheit mit Internet zu versorgen.

 

Greg Wyler ist der Gründer von OneWeb und O3B. 2016 ging der Award an den CEO/Gründer Dirk Ahlborn von Hyperloop Transportation Technologies, für sein hochprofitables und umweltfreundliches Transportsystem für Menschen und Güter. 2017 erhält der Präsident Bo Ewald von D-Wave den Innovation Award für das erste kommerzielle Quantencomputerprojekt. Es ermöglicht unfassbar große Datenmengen in Sekundenschnelle auszuwerten.

 

 

Abschluß fand der Kongress schließlich mit der Vorstellung eines Forschungsprojektes des Gastgebers durch Michael Carl, Managing Director & Consulting von 2b AHEAD, der gemeinsam mit Sven Gábor Jánszky souverän durch die Tagung moderierten: Wie wird die Zukunft in 100 Jahren aussehen? Das Studiendesign glänzt durch Methodenvielfalt und man hat sich Großes vorgenommen, wie die Gründung eines ZukunftWikipedia. Mit dieser Ankündigung fand schließlich ein gelungener Kongress seinen Ausklang mit rund 300 Teilnehmern.

 

 

 

 

 

 

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