Hoher Kontrast

© Gütertransport: Eisenbahn hat Zukunft (Foto: Hans-Joachim Treller/pixelio.de)

Neue Seidenstraße bringt ökonomischen Fortschritt

Experten für Ausbau des Schienentransports im eurasischen Korridor

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Wien - "Die Weiterentwicklung der Eurasischen Bahn-Landbrücke wird nicht nur dafür sorgen, dass Europa und Asien näher aneinander rücken, sondern auch den wirtschaftlichen Fortschritt in den beteiligten Regionen vorantreiben." Mit diesen Worten hat Andreas Matthä, CEO der ÖBB-Holding AG , auf dem Internationalen Eisenbahnforum die Bedeutung des Schienentransports im eurasischen Korridor gewürdigt. Die Veranstaltung, bei der internationale Vertreter der Eisenbahnbranche, Politik und Wirtschaft aufeinandertreffen, thematisiert 2018 sowohl Chancen und Herausforderungen im Bahnsektor als auch neue Möglichkeiten im Zuge der Realisierung einer Neuen Seidenstraße.

 

Eisenbahn als "Zukunft des Verkehrswesens"

 

"Der Ausbau des Schienentransports von Gütern zwischen Asien und Europa ist ein sehr ambitioniertes Projekt, das sich sicher nicht von heute auf morgen umsetzen lässt", erklärte Matthä im Rahmen des Forums "1520 Strategic Partnership: Central Europe", das in diesem Jahr zum ersten Mal in Zentraleuropa stattfindet. Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, sei es notwendig, sehr eng mit strategischen Partnern wie der Russischen Eisenbahn (RZD) zusammenzuarbeiten. "Dieses Projekt, bei dem es unter anderem um eine Erweiterung der Breitspurstrecke Kosice-Wien und die Entwicklung eines Logistik-Hubs in der Twin-City-Region Wien-Bratislava geht, ist auch eine wirtschaftliche Chance für Österreich", ist Matthä überzeugt.

 

"Die Weiterentwicklung des Eisenbahnsektors in den Breitspur-Ländern ist eine zentrale Grundlage für die weitere positive wirtschaftliche Entwicklung", stimmte Oleg Belozerow, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der RZD, seinem Vorredner zu. Ein gut ausgebautes, möglichst nahtloses Schienennetz sei schließlich eine wichtige Landbrücke zwischen mehreren Wirtschaften. "Hier geht es um mehrere Bio. Dollar und rund 40 Mio. Menschen, die vom Güterverkehr per Bahn betroffen sind", so der RZD-Experte. Dieser sieht in der Eisenbahn "die Zukunft des Verkehrswesens". "Unser Vorteil ist die besondere Umweltfreundlichkeit. Der Gütertransport per Luft geht zwar schneller, verursacht aber auch das 780-Fache an Emissionen", stellt Belozerow klar.

 

"Güterkorridor ist wichtig für die EU"

 

Auch der EU-Vertreter Keir Fitch, Head of Railway Safety and Interopability bei der EU-Kommission http://ec.europa.eu , hat den Aspekt des Umweltschutzes betont. "Die Idee eines Ausbaus des Güterkorridors der Bahn ist wichtig für die EU. Wir wollen nicht, dass Güter aus Russland an EU-Grenzen auf die Straße umgeleitet werden müssen", betonte Fitch. Um dies zu verhindern, müssten allerdings einige größere Herausforderungen gemeistert werden. "Wir müssen die gegenseitige Kooperation verbessern, die Interoperabilität steigern und die Vereinheitlichung von technischen und juristischen Standards vorantreiben, um einen effizienten und nahtlosen Güterverkehr zu ermöglichen", fasst der Politiker zusammen.

 

"Ich habe keine Zweifel daran, dass mit diesem Projekt die Kapazitäten des Eisenbahntransports beträchtlich erweitert werden können und dadurch die Wirtschaft aller beteiligten Länder positiv beeinflusst wird", ergänzt Alexej Jakovitskij, Generaldirektor der russischen Investmentbank VTB Capital, gegen Ende der Plenumsdiskussion. Die Realisierung einer Neuen Seidenstraße, auf der Güter schneller und einfacher zwischen Asien und Europa transportiert werden können, sei eine "Initiative mit großer Zukunft". "Bei derart großen Projekten braucht man viele Investoren. Diese könnte man nicht nur über staatliche Kooperationen gewinnen, sondern auch über öffentlich-private Partnerschaften", so Jakovitskij abschließend.

 

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